Trauzeugen in der evangelischen Kirche

Vertrauen und Begleitung

Brautpaar mit Trauzeugen

Trauzeugen gehören zur Hochzeit mit dazu!

Bild: iStockPhoto / sonyae

Auf dem Standesamt haben sie ihren großen Moment: Trauzeuginnen und Trauzeugen, die mit ihrer Unterschrift die Vermählung des Ehepaars bestätigen.

Der alte Brauch hatte früher seinen guten Grund: Er diente dazu, einen Nachweis der Trauung sicherzustellen, selbst wenn die Trauunterlagen durch Krieg, Feuer oder andere Katastrophen verloren gehen sollten. Gewähr dafür waren die Zeugen, die oft als einzige bei der Trauung anwesend waren.

Ein symbolisches Amt

Heute ist die Unterschrift vor dem Standesamt eher ein symbolischer Akt, der seit 1998 nicht mehr verpflichtend ist. Während in der katholischen Kirche die Anwesenheit von zwei Trauzeugen noch für die gültige Eheschließung Voraussetzung ist, haben sie in der evangelischen Kirche überhaupt keine offizielle Funktion.

Für das Brautpaar dagegen spielen Trauzeugin und Trauzeuge eine wichtige persönliche Rolle: Meist sind sie gute Freunde von Braut und Bräutigam, Menschen, die in der Liebesgeschichte eine wichtige Rolle spielen oder die das Paar schon lange begleitet haben. Es ist eine Ehre und ein Freundschaftsbeweis, als Trauzeugen angefragt zu werden.

Hilfe bei der Festvorbereitung

Und nicht selten sind Trauzeuginnen und Trauzeugen dem Paar auch bei der Gestaltung des Hochzeitsfestes eine große Hilfe: Sie organisieren die Hochzeitszeitung und machen sich über das Festprogramm Gedanken. Auch der eher aus dem amerikanischen Raum Stammende Brauch der launigen Rede des „best man“ wird mittlerweile vermehrt in Deutschland gepflegt.

Auch ohne offizielle Funktion können Trauzeugen im evangelischen Gottesdienst eine Rolle haben. Ein besonderer Platz in der Nähe der Eheleute kann ihre Bedeutung verdeutlichen. Sie können eine Traukerze mitbringen und sie dem Paar im Gottesdienst übergeben. Sie können die Lesung von Texten übernehmen oder bei der Segnung hinter dem Paar stehen. Damit zeigen sie, dass sie auch in Zukunft dem Ehepaar zur Seite stehen und es unterstützen wollen.

Nicht nur die Trauzeugen, auch andere Freunde und Familienangehörige können sich mit Lesungen, Fürbitten, Musik oder Gesang an der Trauung beteiligen. Oft freuen sich gerade Väter oder Mütter, wenn sie um ihre Mitarbeit gebeten werden. Für den Gottesdienst gilt: Je mehr die Festgemeinde mitgestaltet, desto persönlicher und schöner wird der Gottesdienst.

Sprechen Sie beim Traugespräch eine Beteiligung der Trauzeugen und Freunden an. Der Pfarrer oder die Pfarrerin wird ihnen bestimmt Möglichkeiten nennen, sie angemessen in den Gottesdienst einzubinden.


27.05.2014 / Anne Lüters
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