Hochzeit

Wieso feiern wir evangelische Trauungen?

Ein Hochzeitspaar schreitet durch eine Kirche.

Ihr seid nicht allein auf euch gestellt: diese Botschaft empfängt ein Paar in der evangelischen Trauung.

Bild: Photocase / misterQM

Die Hochzeit ist der schönste Tag im Leben, dennoch bleibt die Ehe ein Wagnis. In der evangelischen Trauung empfängt ein Paar darum eine ganz besondere Botschaft.

Die Haare sind gestylt und das Kleid rauscht beim Gehen. Die Hände sind vor Aufregung feucht, der Fotograf ist bestellt und alles bis ins letzte Detail durchdacht. Wenn ein Paar seine Hochzeit plant, dann wird meist nichts dem Zufall überlassen, soll es doch einer der schönsten Tage im Leben sein.

Für viele ist der Höhepunkt der Feier die kirchliche Trauung. Dann, wenn sich Mann und Frau vor dem Altar das Jawort geben: Ja, ich will dich als meine Ehefrau lieben und ehren, dich als meinen Ehemann annehmen und unterstützen, "bis dass der Tod uns scheide". Große Worte, große Erwartungen, viele gute Vorsätze. Wie gut, dass die Liebenden dabei nicht auf sich allein gestellt sind. In den Worten vor dem Altar wird das deutlich: Das Brautpaar sagt "Ja – mit Gottes Hilfe".

Zitat

"Eine glückliche Ehe ist eine größere Wundertat Gottes als die Teilung des Schilfmeeres."

Jüdisches Sprichwort

Damit bekennen sich die Brautleute vor der versammelten Festgemeinde und vor Gott öffentlich zueinander. Sie bringen zum Ausdruck, wie viel sie einander bedeuten und dass sie sich dauerhaft aneinander binden: "In guten wie in schlechten Tagen". Wie Gottes Verheißung für Höhen und Tiefen gilt, wollen Partner und Partnerin in schönen und schweren Stunden zusammen bleiben, ihre Liebe gestalten und wachsen lassen. Alle Anwesenden und Gott sollen dafür Zeugen sein.

Begleitung in der Ehe

Dennoch bleibt auch bei den besten Vorsätzen die Ehe ein Wagnis. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass zwei Menschen mit ihren je eigenen Träumen und Wünschen, Lebensplänen und -geschichten, Fähigkeiten und blinden Flecken eine feste und lebenslange Beziehung eingehen wollen und können.

Was, wenn man sich auseinander lebt? Was, wenn Krisen und Schicksalsschläge die Partnerschaft auf die Probe stellen? In der Trauung empfängt das Paar den Segen Gottes und seine Zusage, die beiden auf ihrem gemeinsamen Weg zu begleiten. Sie müssen nicht alles selber machen. Gott sagt ja zu ihnen und ihrer Liebe. Darauf können sie sich verlassen.

Dank für das Wunder der Liebe

Deshalb spricht die kirchliche Trauung auch von der Erfahrung, dass Liebe weder machbar noch käuflich ist. Sie ist und bleibt ein Wunder und ein Geschenk, das gehütet und gepflegt werden muss.

So stehen Dankbarkeit und Freude im Zentrum der kirchlichen Feier: Dankbarkeit für die beiden Menschen, die sich gefunden haben, und Freude über die Liebe und das wachsende Vertrauen zwischen ihnen. Hochzeit, das ist immer eine Feier der Liebe und des Lebens.

Denn Gott selbst ist die Liebe.


11.03.2014 / Anne Lüters
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