Trauung

Fragen und Antworten

Frau mit Smartphone

Fragezeichen säumen den Weg zum Altar - mithilfe der hier aufgeführten FAQs führen sie hoffentlich zu den gesuchten Antworten

Bild: iStockphoto/Courtney Keating

Im Heiraten hat man für gewöhnlich keine Übung. Und trotzdem möchte man im entscheidenden Augenblick möglichst gut vorbereitet sein. Hier finden Sie einige Antworten auf häufige Fragen.

Kann man sich eine Kirche / einen Pfarrer oder eine Pfarrerin aussuchen?

Im Prinzip ja. Voraussetzung ist allerdings, dass dies mit Ihrer eigentlich zuständigen Pfarrerin oder Ihrem zuständigen Pfarrer abgesprochen ist. Viele Paare suchen sich eine besonders romantische oder günstig gelegene Kirche für ihre Hochzeit aus. Hier sollten Sie frühzeitig mit dem Pfarramt ihrer Wunschkirche in Verbindung treten, um sich nach den Bedingungen zu erkundigen. Kirchengemeinden, die wegen ihrer Lage oder ihrer schönen Kirche einen regelrechten „Trauboom“ erleben, haben oft nicht genug Kapazitäten, um allen Trauwilligen zuzusagen. Oft verlangen sie erhöhte Gebühren für auswärtige Trauungen oder erwarten von dem Brautpaar, Pfarrer und Organisten selbst mitzubringen. Hier gibt es von Ort zu Ort sehr unterschiedliche Regelungen. Sie können davon ausgehen, dass es Pfarrerinnen und Pfarrern ein Anliegen ist, dass Sie einen gelungenen Hochzeitstag erleben. Dennoch ist es nicht jeder Gemeinde – besonders in Tourismusregionen – möglich, alle Wünsche zu erfüllen. Bitte haben Sie Verständnis dafür! Vielleicht können Sie sich ja im Vorfeld Alternativen überlegen.

Was passiert im Traugespräch? Was müssen wir mitbringen?

Für das Gespräch gibt es kein festes Schema. Es geht vor allem darum, sich kennen zu lernen und den Gottesdienst zu planen. Plaudern Sie ruhig ein wenig aus dem Nähkästchen. Ihr Pfarrer oder ihre Pfarrerin findet so leichter Anknüpfungspunkte für die Predigt. Nennen Sie auch eigene Wünsche und Erwartungen an die Gestaltung des Gottesdienstes.

Nicht vergessen: spätestens zur Trauung das Stammbuch mitbringen. Für die bayerische Landeskirche ist die Heirat auf dem Standesamt der rechtsverbindliche Akt. Erst wenn ein Paar standesamtlich verheiratet ist, kann die kirchliche Trauung gefeiert werden.
Das kirchliche Trauformular können Sie sich vorab von Ihrem Pfarramt zuschicken lassen und dann ausgefüllt zum Traugespräch mitbringen, oder Sie füllen es gemeinsam beim Traugespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin aus.

Und wenn mein Partner eine anderen Konfession (oder gar keiner) angehört?

Wenn Sie sich nicht für eine rein katholische oder rein evangelische Trauung entscheiden können, ist eine "ökumenische Trauung" ein Kompromiss, der beide Konfessionen berücksichtigt. Es handelt sich dabei um eine katholische Trauung mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers oder einer Pfarrerin beziehungsweise um eine evangelische Trauung mit Beteiligung eines katholischen Pfarrers – je nachdem, ob Sie sich für ein katholisches oder evangelisches Gotteshaus entscheiden.

Kirchenrechtlich gilt eine solche Trauung als katholisch, wenn sie unter katholischer Federführung vollzogen wurde und entsprechend als evangelisch bei evangelischer Federführung.

Klingt kompliziert? Wenden Sie sich einfach zuerst an die Gemeinde, in deren Kirche Sie heiraten möchten. Der dortige Pfarrer hat die Hauptverantwortung für die Trauung und wird Ihnen erklären, welche Schritte einzuleiten sind. Sie können ihn auch bitten, den Geistlichen der anderen Konfession zu informieren.

Wenn ein Partner evangelisch ist und der andere keiner oder einer anderen Religion angehört, ist auf den Wunsch des evangelischen Partners ein Gottesdienst aus Anlass der Eheschließung möglich. Dabei wird jedoch vorausgesetzt, dass der nicht-christliche Partner die Form und Bedeutung dieses Gottesdienstes respektiert.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kirchengemeinden in Bayern erheben für die Amtshandlung der Trauung Kasualgebühren, für die Tätigkeiten des Mesners und des Kirchenmusikers zumeist einen Auslagenersatz. Bitte erkundigen Sie sich bei dem jeweiligen Pfarramt über die Höhe der Gebühren.

Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden worden bin?

Es ist eine traurige Tatsache, dass Ehen scheitern. Schuld haben und "Sich-Schuldig-Fühlen" sind unterschwellige Themen in nahezu jeder Trennung. Die Evangelische Kirche nimmt es sehr ernst, dass Ehen - bei aller Liebe und trotz allen guten Willens - scheitern können und weiß um die Kraft der Vergebung. Sie schließt deshalb die Wiederverheiratung Geschiedener nicht aus. Sie hält aber gleichzeitig an der Unauflösbarkeit der Ehe fest. Es liegt in der Verantwortung des trauenden Pfarrers sicherzustellen, dass eine erneute Ehe nicht leichtfertig eingegangen wird. Er wird in einem persönlichen Gespräch die Motive für den Wunsch nach einer kirchlichen Trauung erfragen.

Ist "bis der Tod euch scheidet" nicht überhaupt zu vollmundig?

Die Liebe zwischen Mann und Frau ist ein Geschenk Gottes. Dem verbindlichen Miteinander gilt Gottes Verheißung für gute und schlechte Tage. Die bayerische Landeskirche hält deshalb an der inhaltlichen Aussage zur Unverbrüchlichkeit der Ehe fest. Mit dem Versprechen verschließen die Brautleute nicht die Augen vor der traurigen Tatsache, dass Ehen scheitern können. Sie zeigen einander und der Gemeinde damit jedoch die Bereitschaft, in schweren Zeiten für ihre Liebe alles ihnen Mögliche geben zu wollen. Ist das Paar in einem Konflikt überfordert, bieten evangelische Beratungsstellen Hilfe an.

Wo innerhalb des Gottesdienstes können Verwandte und Freunde mit gestalten?

Häufig möchten die Trauzeugen, gute Freunde oder Geschwister die kirchliche Trauung mitgestalten, zum Beispiel einen Bibeltext oder ein Gebet vorlesen oder etwas singen. Sehr schön kann auch die Beteiligung der Eltern oder von Freunden bei der Segnung des Paares in der Trauung sein. Wenn Sie bereits davon wissen, sprechen Sie das bitte im Traugespräch an, so dass Ihr Pfarrer / Ihre Pfarrerin es einplanen kann. Falls es eine Überraschung sein soll: Bitten Sie Ihre Trauzeugen, Freunde oder Familienangehörige, sich beim Pfarrer oder der Pfarrerin zu melden.

Können wir selbst Lieder aussuchen?

Aber ja, unbedingt! Sicher haben Sie ein Lieblingslied oder Sie finden im Gesangbuch einen Liedtext, der Ihnen besonders passend erscheint. Bringen Sie solche Wünsche und Vorschläge ins Traugespräch mit ein!

Wer macht eigentlich die Liedblätter / Gottesdienst-Blätter?

Normalerweise reicht für einen Gottesdienst das Gesangbuch aus. Viele Paare möchten an Ihrer Hochzeit jedoch ein besonders schönes "Programmblatt" haben – auch für Gäste, denen die Liturgie der Gemeinde fremd ist. Diese Liedblätter werden allerdings meist nicht von der Kirchengemeinde gestellt. Ein Tipp: Bitten Sie Freunde oder Verwandte, für Sie das Liedblatt zu gestalten. Diese bieten Ihnen sicher gern ihre Hilfe an und entlasten Sie damit.

Wer schmückt eigentlich die Kirche? Und was kostet das?

Besonderer Blumenschmuck, beispielsweise an den Außenseiten der Kirchenbänke, ist in den meisten Kirchen möglich. Da eine Kirche im Altarraum immer mit Blumen geschmückt ist, müssen Sie alles, was darüber hinaus geht, selbst veranlassen. Sprechen Sie diese Frage im Traugespräch an!

Dürfen wir Reis werfen oder Blumen streuen?

Das hält jede Kirchengemeinde anders. Manchmal kommt es auf die Örtlichkeiten vor der Kirche an: Lassen sich Reis und Blumen dort problemlos wieder entfernen? Wird vielleicht der Marmorboden der Kirche durch die Blütenblätter verfärbt? Fragen Sie einfach im Traugespräch nach, wie man es in Ihrer Gemeinde handhabt.

Wir hätten so gerne ein Bild mit dem Pfarrer / der Pfarrerin!

Kein Problem! Die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer sind gern bereit, sich nach dem Gottesdienst noch einmal vor dem Altar (oder anderswo) mit Ihnen ablichten zu lassen. Meist werden diese Bilder sogar besser als die während des Gottesdienstes geschossenen: Ihre Aufregung ist weg, und Fotos können bei freier Sicht gemacht werden.

Unter dem Akkordeon: Ihre Frage ist nicht dabei? Dann nehmen Sie mit ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer Kontakt auf. Diese geben Ihnen gerne Antwort.


/ Anne Lüters
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