Hochzeit

Vorbereitungen auf das Traugespräch

Ein Paar im Gespräch mit einem Pfarrer

Im Traugespräch lernen sich Pfarrer und zukünftiges Ehepaar kennen.

Bild: iStockPhoto / GlobalStock

Dem Kennenlernen zwischen dem Pfarrer und dem Brautpaar dient das Traugespräch, das in der Regel drei bis vier Monate vor der Trauung stattfindet.

Diese oft erste Begegnung bietet dem Pfarrer die Möglichkeit, eine Beziehung zu dem Paar aufzubauen und die Trauung möglichst persönlich zu gestalten. So werden die Liebesgeschichte der beiden Menschen, ihre Familien, ihr bisheriger Werdegang und ihre Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft breiten Raum in dem Gespräch einnehmen.

Je mehr Einzelheiten, Anekdoten und eigene Gedanken zur Sprache kommen, desto leichter wird es dem Pfarrer oder der Pfarrerin fallen, in der Predigt auf das Paar einzugehen. Für die Brautleute ist das Gespräch eine Gelegenheit, sich vor einem neutralen, wohlwollenden Zuhörer noch einmal ihrer Liebe zu versichern, ihre Vorstellung von Partnerschaft zu reflektieren und ihre Fragen, Hoffnungen und Befürchtungen zu äußern.

Dabei kann auch die offizielle Anmeldung zur Trauung ausgefüllt werden. In dem Formular, das Sie sich auch schon vorab von Ihrem Pfarramt zuschicken lassen und dann ausgefüllt zum Traugespräch mitbringen können, werden neben den üblichen persönlichen Informationen auch nach dem Tauf- und Konfirmationsdatum von Braut und Bräutigam sowie nach ihren Tauf- und Konfirmationssprüchen gefragt. Es ist nützlich, diese Daten bereits ins Traugespräch mitzubringen.

Den Hochzeitsgottesdienst vorbereiten

Den zweiten Schwerpunkt des Traugesprächs bildet die Vorbereitung und Planung des Gottesdienstes. Hier empfiehlt es sich, schon mit eigenen Vorüberlegungen in das Gespräch zu gehen. Welche Musikwünsche hat das Paar? Wie soll der Blumenschmuck aussehen? Gibt es Angehörige, die musikalisch begabt sind und Lust haben, den Gottesdienst mitzugestalten? Welche Lieder dürfen auf keinen Fall fehlen? Soll es ein Liedblatt geben und wen ja, wer gestaltet es? Möchten Sie Abendmahl feiern oder besser nicht? Nennen Sie dem Pfarrer oder der Pfarrerin ihre Ideen.

Überlegen Sie zusammen, wer aus Ihrem Bekanntenkreis welche Vorbereitung übernehmen könnte. Das entlastet Sie und macht den Gottesdienst sehr persönlich.

Den Trauspruch auswählen

Auch die Auswahl eines Trauspruches kann bereits vor dem Traugespräch geschehen. Er ist eine Art biblisches Motto, das über der Ehe stehen soll und wird Grundlage der Traupredigt sein. Paare, die sich gemeinsam Zeit für die Suche nehmen, kommen dabei nicht selten zu tiefen Gesprächen über ihre Erwartungen an die Ehe und ihr Verständnis göttlichen Segens.

Soll das Geleitwort zur Liebe ermuntern? Soll es Ratschläge geben für eine gelingende Ehe oder selbest ein Versprechen sein? Oder soll es die Zusage Gottes enthalten, auch in schweren Tagen zu tragen, zu begleiten, zu unterstützen?

Schwieriges ansprechen

War einer der beiden Partner bereits verheiratet und ist geschieden, so wird auch dies angesprochen werden. Die Evangelische Kirche nimmt es sehr ernst, dass Ehen - bei aller Liebe und trotz allen guten Willens - scheitern können und weiß um die Kraft der Vergebung. Sie schließt deshalb die Wiederverheiratung Geschiedener nicht aus. Sie hält aber gleichzeitig an der Unverbrüchlichkeit der Ehe fest. Es liegt in der Verantwortung des trauenden Pfarrers sicherzustellen, dass eine erneute Ehe nicht leichtfertig eingegangen wird.

Meine Gemeinde vor Ort

Kritische Gespräche sind jedoch selten. Meistens finden Paare im dem Pfarrer oder der Pfarrerin einen aufmerksamen Zuhörer und interessanten Gesprächspartner. Oft entwickelt sich ein intensives Gespräch über Gott und die Welt, über Beziehungen im Allgemeinen und das Paar im Besonderen, an das sich alle Beteiligten noch gerne zurückerinnern.

Stammbuch: spätestens zur Trauung mitbringen

Und nicht vergessen: Stammbuch spätestens zur kirchlichen Trauung mitbringen! Für die bayerische Landeskirche ist die Heirat auf dem Standesamt der rechtsverbindliche Akt. Erst wenn ein Paar standesamtlich verheiratet ist, kann die kirchliche Trauung gefeiert werden.   


11.03.2014 / Anne Lüters
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