Ringwechsel und Kuss

Aneinander gebunden

Ringwechsel

Unterstreicht das Versprechen der lebenslangen Treue: der Ringwechsel

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„Reicht euch nun die Ringe als Zeichen eurer Liebe und Treue“ – der Ringwechsel ist in der evangelischen Kirche möglich, aber nicht notwendig.

Der Ringwechsel bekräftigt lediglich das Versprechen, einander das Leben lang treu zu bleiben. Dabei stellen sich jedoch einige Fragen:

Soll der Ring modisch sein oder schlicht? Welches Material soll er haben und was soll eingraviert sein? Um den Ring drehen sich vor der Hochzeit zahlreiche Gespräche. Und nicht selten endet gerade die Diskussion über das Symbol der Einheit in einer kräftigen Auseinandersetzung. Kein Wunder, soll doch der Ring das Paar ein Leben lang begleiten und an seine Hochzeit erinnern. Da lohnt es sich schon, gut auszuwählen – und auch Familientraditionen zu berücksichtigen. Manche Brautpaare gehen sogar so weit, dass sie in einem Kurs ihre Ringe selbst herstellen. Beim gemeinsamen Designen und Schmieden nehmen sie sich Zeit füreinander und erfahren dabei noch mehr voneinander.

Ein Zeichen der Treue

Dass der Bräutigam der Braut als Zeichen seiner Liebe einen Ring an den Finger steckte, ist bereits seit der Antike bekannt. Ohne Anfang und Ende symbolisierte er Dauerhaftigkeit, andererseits die Bindung an den Partner. Nicht von ungefähr sind zwei verbundene Ringe das Symbol für die Ehe: Sie können nicht getrennt werden ohne beschädigt zu werden. Zudem ähneln sie dem Symbol der Unendlichkeit.

Erst verhältnismäßig spät setzte sich der gegenseitige Ringtausch im Traugottesdienst durch, mit dem noch einmal das Treue- und Liebesversprechen des Brautpaars untermauert wird. Sowohl auf dem Standesamt als auch in der Kirche ist ein Ringwechsel möglich. Im Gegensatz zum katholischen Traugottesdienst werden die Ringe in der evangelischen Kirche nicht gesegnet. Sie haben lediglich hinweisenden Charakter.

Zum Schluss der Kuss

Ebenso ist es in vielen Gemeinden möglich, das Eheversprechen mit einem Kuss zu besiegeln. Er ist der Ausdruck der Liebe und Zärtlichkeit des Paares, das für seine Liebe Gottes Segen erbittet. Die evangelische Kirche bekennt sich zu Gott, der die Liebe ist – eine Liebe mit Seele und Leib. Wieso sollte ein herzlicher Kuss im Gottesdienst unangebracht sein?


27.05.2014 / Anne Lüters