Die Traukerze

Ein Licht für die Ehe

Traukerze

Dem Brautpaar geht ein Licht auf - der Traukerze sei Dank

Bild: iStockPhoto / mashurov

„In guten wie in schweren Tagen“ soll sie dem Brautpaar durchs Leben leuchten: Eine Traukerze ist nicht nur ein schönes Geschenk zur Erinnerung, sie kann einen wichtigen Platz im Eheleben einnehmen.

Dem Brautpaar im Gottesdienst eine Traukerze zu übergeben ist ein Brauch, der erst langsam wieder in der evangelischen Kirche Einzug hält. Dennoch hat die Hochzeitskerze in der christlichen Kultur eine lange Tradition. Schon vor Hunderten von Jahren schätzten die Menschen die Kerze als Symbol für die Liebe Jesu Christi. Zugleich stehen Kerzen geradezu sinnbildlich für Licht, Wärme und Geborgenheit. Es gibt also gute Gründe, während der Trauung in der Kirche eine Hochzeitskerze zu entzünden.

Licht der Gegenwart Christi

Dabei setzt die Traukerze den Brauch der Taufkerze fort. Wie bei der Taufe ein Licht für die Gegenwart Christi im Leben jedes einzelnen angezündet wurde, so wird nun die Kerze im Glauben entzündet, dass Gott auch den gemeinsamen Weg der Eheleute begleitet und beschützt und ihrer Partnerschaft Halt und Stärke gibt.

Eine Traukerze bietet sich als Geschenk für die Trauzeugen an. Sie kann gekauft, aber auch selbst gestaltet werden. Schön ist es auch, wenn das Paar selbst die Kerze gemeinsam gestaltet und darauf symbolisch zum Ausdruck bringt, was es sich für den gemeinsamen Weg erhofft.

Symbole für die Kerze

Passende Symbole sind das Kreuz als Zeichen der Gegenwart Jesu Christi, die Ringe für die Treue der Eheleute, die Taube als Zeichen der Reinheit und des Heiligen Geistes, der Lebensbaum für das gemeinsame Wachsen und Gedeihen, der Regenbogen für die Hoffnung und die Beständigkeit der Treue Gottes, Herzen, Blüten und weitere Symbole. Auch die Namen der beiden Partner, das Traudatum, sowie ein Hinweis auf den Trauspruch können auf der Kerze stehen. Paare, Trauzeugen oder Gäste mit kreativer Ader werden Freude an der Gestaltung haben.

Wie die Kerze in der Trauung entzündet wird, kann sehr unterschiedlich sein. Weisen Sie im Traugespräch darauf hin, dass Sie eine Traukerze mitbringen. Pfarrerin oder Pfarrer werden dann mit Ihnen besprechen, welchen Platz die Kerze im Gottesdienst einnimmt.

Die Kerze als Wegbegleiter

Kerzen sind nicht nur zum Anschauen da, sie sollen brennen. Es werden sich immer wieder Augenblicke ergeben, die Traukerze aus dem Schrank zu holen, sie anzuzünden und sich mit ihr an das Trauversprechen zu erinnern: Am Hochzeitstag, wenn Sie glücklich sind, aber auch nach einem Streit kann die Kerze als Zeichen der Versöhnung auf dem Tisch stehen und leuchten. Hier wird jedes Paar seinen eigenen Umgang mit der Kerze finden.


28.05.2014 / Anne Lüters